Elementarschäden: Risikowahrnehmung bei Hausbesitzern steigt

Laut GDV haben Unwetter und Überschwemmungen im Jahr 2024 in Deutschland Schäden von mehr als 5,5 Milliarden Euro verursacht. Eine repräsentative Umfrage unter mehr als 5.000 Befragten im Auftrag der DEVK hat untersucht, wie die Menschen in Deutschland Elementarschäden wahrnehmen und welche Konsequenzen sie daraus ziehen.

Starkregen und Hochwasser besonders gefürchtet

Bei der Frage nach den Naturgefahren, die im eigenen Haus Schäden verursachen können, nannten rund 56 Prozent der Befragten Starkregen, Überschwemmung und Hochwasser. Bei den Hausbesitzern sind es sogar 59 Prozent. Dagegen erwarten rund 28 Prozent der Befragten keine Elementarschäden. Knapp ein Viertel befürchtet Erdbeben, Erdsenkungen und Erdrutsche. Weit abgeschlagen in der Wahrnehmung der Bevölkerung sind Gefahren wie Schneedruck, Vulkanausbruch und Lawinen.

Die Umfrage zeigt, dass rund 60 Prozent der Befragten noch keine Erfahrungen mit Elementarschäden gemacht haben. Rund 7 Prozent der Gesamtbevölkerung waren jedoch in den letzten fünf Jahren selbst betroffen, weitere 10 Prozent vor vielen Jahren. Deutlich höher ist die Quote bei Personen mit Wohneigentum: 21 Prozent geben an, bereits Erfahrungen mit Überschwemmungen und ähnlichen Ereignissen gemacht zu haben.

Während 62 Prozent der Befragten nicht davon ausgehen, in den nächsten zehn Jahren von Elementarschäden betroffen zu sein, befürchten immerhin 23 Prozent eine solche Betroffenheit konkret. Weitere 15 Prozent sind sich unsicher - insgesamt deutlich mehr Menschen als tatsächlich schon einmal persönlich betroffen waren.

Schutzmaßnahmen: Hochwasserschutz hat Priorität

Die große Mehrheit der Befragten (57 Prozent) hält Investitionen in den Hochwasserschutz für die wichtigste Maßnahme, um die Folgen von Elementarschäden einzudämmen. Bei den Eigenheimbesitzern sind es sogar 61 Prozent. An zweiter Stelle steht in dieser Gruppe eine Pflichtversicherung gegen Elementarschäden, die 44 Prozent der Eigenheimbesitzer für erfolgversprechend halten.

Dr. Michael Zons
DEVK

Wir begrüßen, dass die kommende Regierung den Schutz der Bevölkerung vor den Folgen von Elementarrisiken auf die Agenda genommen hat", sagt Dr. Michael Zons, der neue Schaden-Vorstand der DEVK. „Im Falle einer Pflichtversicherung halten wir eine risikoadäquate Bepreisung für wichtig."

Versicherungen allein reichen aber nicht aus. Wichtig sind der Bevölkerung laut Umfrage auch Investitionen in den Katastrophenschutz (41 Prozent) und Änderungen im Baurecht (37 Prozent).

Politik reagiert mit neuen Regelungen

Bei den aktuellen Koalitionsverhandlungen in Berlin stehen die Themen Klimafolgenanpassung und Elementarschadenversicherung auf der Agenda. Laut einem Arbeitspapier planen CDU/CSU und SPD offenbar eine Pflichtversicherung für Elementarschäden im Neugeschäft und eine Stichtagsregelung für den Bestand. Außerdem soll es eine staatliche Rückversicherung für besonders hohe Schäden geben.

Das Meinungsforschungsunternehmen Civey hat vom 05. bis 07.02.2025 im Auftrag der DEVK 5.015 Menschen online befragt. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Gesamtbevölkerung sowie Menschen mit Wohneigentum. Der statistische Fehler der Gesamtergebnisse liegt bei 2,5 Prozent.

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